Über das mobile MRT-Projekt

Der Zugang zu medizinischen Leistungen sollte für Patienten auf dem Land genauso gut sein wie in der Stadt. Doch die Realität sieht anders aus. In strukturschwachen Gebieten ist die drohende fachärztliche Unterversorgung eine der größten Herausforderungen des Gesundheitswesens. Während das Durchschnittsalter der Bewohner steigt und häufigere Arztbesuche notwendig macht, fehlt es gleichzeitig an ärztlichem Nachwuchs. Das gefährdet die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen.

Mit einem deutschlandweit einmaligen Projekt auf vier Rädern macht die kommunale Klinikgruppe Ernst von Bergmann nun vor, wie sich regionale Ungleichheiten verringern lassen. Ab Juli 2018 wird ein LKW mit einem Philips Magnetresonanztomographie-System über die Straßen Brandenburgs rollen, um an unterschiedlichen Klinikstandorten eine wohnortnahe radiologische Versorgung sicherzustellen.

Mit Philips hat die Klinikgruppe Ernst von Bergmann einen Partner gefunden, der die technologische Kompetenz und Innovationskraft zur Umsetzung mitbringt.

Für den MRT-Truck hat das Philips-Tochterunternehmen Agito einen Sattelanhänger für die speziellen Anforderungen der high-end-Untersuchungen umgebaut. Zum einen ist hierbei der Innenbereich für den mobilen Patienteneinsatz optimiert worden, zum anderen wird ein fachgemäßer Transport des MRT-Systems sichergestellt. Dazu wurden leistungsfähige Klima- und Lüftungskomponenten integriert. Ein Raumklima, mit beispielsweise anwendungsgerechten Raumlufttemperaturen, wird dadurch gewährleistet.

Als MRT-System wurde das Philips Ingenia 1.5 Tesla gewählt, da es unter anderem folgende Vorteile vereint:

  • Zeitgemäße Tunnelöffnung von 70 cm, durch die ein hoher Patientenkomfort erreicht wird
  • Größtes Field-of-View, d. h. größter abscannbarer Bereich in allen Ausrichtungen bei hervorragenden Homogenitätswerten des Magneten
  • Volldigitaler Systemaufbau mit dStream
    • Die Bildsignale werden direkt in den Empfangsspulen digitalisiert, wobei jedem Spulenelement direkt ein Analog-Digital-Wandler zugeordnet ist. Nach der Digitalisierung wird das Signal mittels Lichtwellenleiter in den Technikraum zur Rekonstruktion übertragen. Dadurch wird bis zu 40% mehr Signal erreicht, was zu erhöhter Bildqualität und somit verbesserter diagnostischer Sicherheit führt.
    • Das System hat keine Kanalbeschränkungen, sodass zukünftige Spulenentwicklungen ohne Systemupgrades bzw. bauliche Maßnahmen zur Anwendung kommen können. Speziell im mobilen (Trailer-)Betrieb werden damit Nach- und Anpassungsarbeiten, die mit Kosten und Ausfallzeiten verbunden wären, vermieden.
  • Eine im Patiententisch integrierte Posteriorspule, die auch während der Untersuchung bewegt werden kann. Durch diese kann für den Großteil der Untersuchungen auf die Platzierung einer weiteren Spule verzichtet werden. Das spart Zeit und erhöht den Patientenkomfort. Insbesondere Schmerzpatienten profitieren hiervon.
  • Feet-First-Prinzip bei vielen Untersuchungen möglich. Hierdurch wird die Patientenakzeptanz erhöht, da das „Einfahren“ in den Tunnel mit den Füßen voran von vielen Patienten im Vergleich zum Head-First-Verfahren als angenehmer empfunden wird. Besonders für Schmerzpatienten bedeutet der einfachere Zugang zum Tisch eine Erleichterung.

 

Der Innenbereich des MRT-Trucks teilt sich wie folgt auf:

  • Zwei Umkleideräume für die Patienten
  • Bereich für das MRT
  • Kontrollraum für medizinisch-technische Radiologie-Assistenz (MTRA)
  • Technikraum

Über die Klinikgruppe Ernst von Bergmann

Die Klinikgruppe Ernst von Bergmann verfolgt die Vision „Vom lokalen Gesundheitspark Potsdam zum überregionalen Gesundheitsanbieter in Brandenburg“. Unter diesem Credo tritt sie den Herausforderungen im Gesundheitswesen entgegen. Zur Klinikgruppe Ernst von Bergmann gehören in Potsdam das Klinikum Ernst von Bergmann und das Klinikum Westbrandenburg, ein Zusammenschluss der Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin des Städtischen Klinikum Brandenburg an der Havel und des Klinikums Ernst von Bergmann Potsdam. Zur Klinikgruppe gehören in Potsdam zudem eine Poliklinik mit mehr als 20 Vertragsarztsitzen, zusätzlich ein MVZ, die Ernst von Bergmann Care GmbH und die Sozial GmbH, eine Servicegesellschaft sowie eine Cateringtochter.

Überregional ist die Klinikgruppe Ernst von Bergmann an den Standorten Bad Belzig und Forst (Lausitz) aktiv und betreibt hier sowohl Kliniken der Grund- und Regelversorgung als auch MVZs. Hier ist es das Ziel, die Kliniken der Grundversorgung zu regionalen Gesundheitsparks weiterentwickeln, um so die regionale Gesundheitsversorgung in den ländlichen Regionen zu sichern und zu stärken. Die Klinikgruppe betreibt im Land Brandenburg mehr als 1.700 Betten und beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter. Sie gehört zu den größten Arbeitgebern in der Metropolregion Berlin/Brandenburg.

Das soziale Engagement der Klinikgruppe erstreckt sich über die Erstuntersuchung für Flüchtlinge, der medizinischen Versorgung von Obdachlosen bis hin zu psychosozialen Angeboten.

Philips

Die Medizin macht täglich Fortschritte. Damit steigen auch die Anforderungen. Gefragt sind neue Wege der Zusammenarbeit. Bei Philips entwickeln wir integrierte Lösungen, die Menschen, Technologien und Daten zusammenbringen. Gemeinsam mit Kunden und Partnern treiben wir Innovationen im Gesundheitssystem voran. Denn Gesundheit hört nicht an Abteilungs- oder Sektorengrenzen auf. Das muss auch für die Versorgung gelten.